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Eine spirituelle Reise

Fest Kreuzerhöhung 14.09.2025

In der alttestamentlichen Lesung begegnete uns die Erzählung von Mose, der die Kupferschlange an einen Pfahl hängt und sie erhöht. Die Kupferschlange, die erhöht am Pfahl hängt, ist mehr als ein historisches Detail; sie ist ein bildstarker Impuls zur Umorientierung des Blicks. Ursprünglich konnten Schlangen in heidnischen Kontexten als Beschwörungs- oder Abwehrzeichen verstanden werden, doch hier verwandelt sich das Zeichen: Wer auf die erhöhte Schlange blickt, findet Heilung nicht durch das Bild selbst, sondern durch den verborgenen Bezug auf den unsichtbaren Gott. Damit wird die Aufmerksamkeit vom Boden, von der konkreten Bedrohung, nach oben gelenkt – auf eine transzendente Quelle von Rettung und Leben.

Diese Dynamik lässt sich auf christliche Symbolik und liturgische Praxis übertragen. Das Kreuz, insbesondere auf Gräbern, dient nicht nur als Zeichen des Todesgedenkens, sondern auch als Aufforderung zur Hoffnung. Wenn jedoch die Gestaltung von Grabzeichen oder die Haltung in Trauerfeiern den Blick nur nach unten richtet, bleibt die tröstliche Dimension ungenutzt. Gerade in der Feier des Abschieds sollten die Symbolik, die Erwartung der Auferstehung und das Vertrauen in Gottes Verheißung stärker in den Vordergrund rücken.

Für Getaufte hat dieser Perspektivwechsel eine besondere Bedeutung: Die Taufe ruft in eine Hoffnungsgemeinschaft, die über das Endgültige hinausweist. In der Eucharistie dürfen Christen geheimnisvoll am Tisch des Herrn Platz nehmen und damit eine Vergewisserung dessen erfahren, was im Bild vom „himmlischen Frieden“ ausgedrückt wird. Liturgische Zeichen und räumliche Ausrichtung helfen, diese Hoffnung zu verinnerlichen und in der Trauer Orientierung zu geben.

Ein bewusster Blick nach oben ist daher mehr als ästhetische Präferenz; er ist eine gelebte Glaubenspraxis. Indem Symbole wie die erhöhte Schlange oder das Kreuz nicht nur an Ereignisse erinnern, sondern in ihrer Deutung gelebt werden, kann in den Zeiten des Abschieds eine reifende Hoffnung sichtbar und spürbar werden. Heute wie damals geht es darum, die Zeichen so zu deuten und im eigenen Glaubensvollzug zu platzieren. Sie vermögen die gläubigen Menschen, an die verlässliche Perspektive christlichen Glaubens zu erinnern.

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